Heimweh ist für die meisten Menschen
ein bekanntes Gefühl. Bei längeren Aufenthalten in der Fremde
überkommt es einen irgendwann unweigerlich, dieses Vermissen von
Gerüchen und Geräuschen, von Bräuche und Traditionen oder von
einfachen Kleinigkeiten, die einem im Alltag „zuhause“ oftmals
nicht einmal besonders auffallen.
Doch was vermissen wir eigentlich
wirklich, wenn wir an Heimweh leiden? Worin besteht für uns die
Heimat und das viel beschworene Heimatgefühl? Kann es auch eine
Heimat geben an Orten, die uns vollkommen fremd sind?
Mit Fragestellungen dieser Art
beschäftigten sich 14 Studenten des Instituts für Deutsch als
Fremdsprachenphilologie der Heidelberger Ruprecht- Karls-
Universität. Alle haben ihre vielfältigen Erfahrungen mit Heimat
und Fremde gemacht. Ein Teil der Gruppe weil sie für das Studium
ihrem Heimatland den Rücken gekehrt haben und nun in Deutschland
studieren. Die anderen, weil sie den Weg in die umgekehrte Richtung
gegangen sind und Deutschland verlassen haben, um an Universitäten
im Ausland zu studieren. Die Texte, die im Rahmen eines Seminars der
Dozentin Silvia Barkhausen zum Thema „Neue Alte Fremde Heimat“
entstanden sind, wurden 2012 in einem gleichnamigen Buch
veröffentlicht.
Authentisch und mitreißend entführen
die Autoren den Leser in ihre Heimatländer. In das Bolivien der
Militärdiktaturen (1964-1982), in die Konventionen und Pflichten des
Alltags der kolumbianischen Großmutter in Bogotá oder in das China
der Kulturrevolution Mao Zedongs (1966-1976).
Den Studenten ist eine tolle Sammlung
berührender Geschichten gelungen, die auf eine sehr persönliche Art
und Weise den Begriff von Heimat in Worte zu fassen versuchen.
Einziger Wermutstropfen ist der Preis,
der mit 19.90 € für ein Paperback doch eher stolz ausgefallen ist.
Silvia Barkhausen (Hg.)
»Neue Alte Fremde Heimat.In 14 Erzählungen um die Welt.«
260 Seiten · 14 Schwarz-Weiß-Fotos
13,5 x 21 cm · Broschur · € 19,90 (D)
€ 20,50 (A) · SFr 35,90 · ISBN 978-3-930378-88-3
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